Warum ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr?

Feiertag für Pflegereform gestrichen

Der Buß- und Bettag wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, also dem letzten Sonntag des Kirchenjahres begangen. Der Name ist hierbei etwas irreführend, denn der Ursprung hat nichts mit Buße zu tun, vielmehr geht es um die Reue für Sünden die begangen wurden und die Gesinnung zur Demut vor Gott. Der Buß- und Bettag war ab dem 27. Februar 1934 via „Reichsgesetz über die Feiertage“ zum gesetzlichen Feiertag erklärt worden.

Warum wurde der Buß- und Bettag als gesetzlich Feiertag abgeschafft

1994 wurde der Buß- und Bettag als arbeitsfreier Tag mit Wirkung ab 1995 wieder gestrichen. Damit sollten die Mehrbelastungen der Arbeitgeber, die durch die neu eingeführte Pflegeversicherung ausgeglichen werden.

Diese Regelung gilt jedoch nur für 14 der 16 Bundesländer. In Bayern haben alle Schulen und viele Kindergärten geschlossen, dadurch nehmen sich auch viele Eltern am Buß- und Bettag frei. Für die Sachsen ist der Buß- und Bettag somit der einzige noch bestehende gesetzliche Feiertag. Für den Arbeitnehmer aus Sachsen ist dies jedoch ein Nachteil, denn er muss zusätzlich 0,5 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts abführen, dies übersteigt die Kosten eines Arbeitstages.

Worum ging es in der Pflegereform

Vor 20 Jahren wurde die Pflegereform beschlossen. Norbert Blüm (CDU) musste die Pflegereform damals gegen einigen Widerstand verteidigen – heute stößt die Pflegeversicherung auf breite Akzeptanz. Notwendig wurde die Reform, da sich immer mehr Kommunen mit den steigenden Kosten für die Pflege überfordert fühlten. Wie auch heute war ein Platz in einer Pflegeeinrichtung mit hohen Kosten verbunden. Viele Rentner mussten deshalb zu ihren Altersbezügen noch Sozialhilfe beantragen, um die finanzielle Last tragen zu können.

Fazit

Letztendlich kann man nicht in Zahlen fassen, was die Abschaffung des Buß- und Bettages an finanziellen Nutzen gebracht hat, da es einfach zu viele Einflussfaktoren gibt. Einzig allein was steigt ist das Produktionspotenzial, für den Arbeitnehmer hat das kaum spürbare finanzielle Auswirkungen. Für die Kirche ist klar, der Buß- und Bettag soll wieder ein gesetzlicher Feiertag werden. „Wir brauchen einen Tag, an dem die Schuldfähigkeit des Menschen, seine Fehler, sein Versagen und seine Selbstüberschätzung kritisch in den Blick genommen werden“ so Landesbischof Meister.

Leben am Buß- und Bettag (ZDF WISO-Sendung)

Dietrich Grönemeyer will in der Reihe „Leben ist mehr!“ erfahren, was es bedeutet, wenn ein Angehöriger pflegebedürftig ist. Was tun, wenn die Belastung unerträglich wird?

1 Kommentar

  1. J.beyer

    Man könnte doch auch noch den 15 August abschaffen.

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