Staatlich geförderte Pflege-Bahr Versicherung

Vorsorge mit staatlicher Förderung

Als zu Beginn des Jahres 1995 die damalige Bundesregierung die gesetzliche Pflegeversicherung als Pflichtversicherung für alle sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten eingeführt hat, war bereits zu dem Zeitpunkt klar, dass sie nur dann dauerhaft Bestand haben kann, wenn sie fortwährend ergänzt und weiterentwickelt wird. Denn schon damals zeigte sich, dass eine massive Kostenexplosion im Pflegebereich zu verzeichnen sein wird, der nur mit Beitragserhöhungen Einhalt geboten werden kann.

Dass alles ist mehr als 15 Jahre her und die Prognosen haben sich mehr als bestätigt. Schlimmer noch, die Politik ist zur Einsicht gelangt, dass Versicherte nur dann eine würdige Pflege erhalten, wenn sie durch Abschluss einer Pflegezusatzversicherung privat vorsorgen. Dass dies mit Beginn des Jahres 2012 durch den so genannten Pflege-Bahr – benannt nach dem derzeitigen Bundesgesundheitsminister – verpflichtend geschehen musste, zeigt einmal mehr, dass Versicherte nur durch finanzielle Anreize des Staates dazu gebracht werden können, privat für irgendetwas vorzusorgen. Die DWS Riester Rente ist ein Beispiel dafür und die Förder-Pflege ist letztlich nichts anderes, als dass Versicherte einen staatlichen Bonus in Form einer Zulage erhalten, sollten sie die sogenannte Pflege-Bahr-Versicherung abschließen.

Voraussetzungen Pflege-Bahr

Dabei ist bei näherer Betrachtungsweise diese staatlich bezuschusste Pflegeversicherung gar nicht so schlecht. Der Zuschuss seitens des Staates beträgt 5,00 € pro Monat bei 10,00 € Eigenanteil des Versicherten. Anders als bei der Riester-Rente beantragt die Versicherung die staatliche Leistung selbst direkt, sodass sich der Versicherte darum nicht kümmern muss. Zwar gibt es augenblicklich nur sehr wenige private Versicherungen, die den Pflege-Bahr anbieten, doch sind die Mindestleistungen gesetzlich festgeschrieben. So müssen in Pflegestufe III mindestens 600,00 € im Monat aus der privaten Pflegeversicherung zur Auszahlung gelangen; in den Pflegestufen II und I mindestens 60 % bzw. 30 % davon. Das sind im Vergleich zu den Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung deutlich mehr. Positiv zu erwähnen ist, dass Demenzerkrankungen grundsätzlich mit abgesichert sind.

Insofern schützt der private Pflege-Bahr gesetzlich Versicherte bzw. deren Angehörige auch vor großen finanziellen Belastungen im Pflegefall. Von Vorteil bei der Versicherung ist zudem, dass es kein Aufnahmehöchstalter gibt; Versicherte ab dem 40. Lebensjahr müssen jedoch mit einem altersbedingten geringen Beitragsaufschlag rechnen. Dafür werden sie sofort in die Versicherung aufgenommen, denn eine Gesundheitsprüfung entfällt. Allerdings muss vor Inanspruchnahme der Versicherung eine fünfjährige Wartezeit erfüllt werden. Eine Ausnahme ist hier die Pflegebedürftigkeit infolge eines Unfalls.

So ist die private Pflegeversicherung eine wirklich gute Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung, mit denen die Versicherten auch dank der staatlichen Zulagen sich und ihre Angehörigen vor finanziellen Problemen im Pflegefall absichern.

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