Pflegereform 2015 – Pflegestärkungsgesetz

Pflegestärkungsgesetz

Für das Jahr 2015 ist eine Ausweitung der Leistungen im ambulanten und stationären Bereich geplant. Die beiden Pflegestärkungsgesetze sollen noch in dieser Wahlperiode in Kraft treten. Das erste Pflegestärkungsgesetz soll bereits Anfang nächsten Jahres Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mit spürbar höheren Leistungen bezuschussen. Zusätzlich soll durch einen neuen Pflegevorsorgefonds die Zahl der Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht werden.

Das zweite Pflegestärkungsgesetz soll den Pflegebedürftigkeitsbegriff und auch das Verfahren zur Feststellung einer Pflegebedürftigkeit neu definieren. Geplant ist es, die aktuelle Unterscheidung von Pflegebedürftigkeit mit körperlichen Einschränkungen und Demenzerkrankung wegfallen zu lassen. Ziel ist es den Unterstützungsbedarf individuell festzulegen.

Wie sieht das neue Begutachtungssystem aus?

Das Begutachtungssystem des MDK muss aufgrund des neu definierten Pflegebedürftigkeitsbegriffes neu überarbeitet werden. Die Individualisierung der Pflegebedürftigkeit jedes Menschen macht es möglich, die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung effektiver zu nutzen. Eine genaue Bekanntgabe des neuen Bewertungssystems liegt noch nicht vor.

Pflegestärkungsgesetz – Kosten

Die staatliche Pflegeversicherung soll Schrittweise um insgesamt 0,5 Beitragspunkte angehoben werden. Die somit fünf Milliarden Euro Mehreinnahmen stehen für die Verbesserung der Leistung, aber auch für den Pflegevorsorgefonds zur Verfügung.

Mehr Betreuungsleistungen

Die Betreuungsleistungen sollen sowohl in der ambulanten, als auch in der stationären Pflege verbessert werden. Bei einer stationären Unterbringung ist zukünftig eine Betreuungskraft je 20 Bewohnern mehr vorgesehen. Die Zuschüsse bei ambulanter Pflege bzw. der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen werden von derzeit 2557 Euro auf 4000 Euro erhöht. Pflegebedürftigen steht ab 2015 zusätzliche Betreuung und Entlastung für alltägliche Dinge zur Verfügung. Dieser Anspruch galt bisher nur Menschen, die an Demenz erkrankten. Anspruch auf Verhindertenpflege wird von 4 auf 6 Wochen erhöht und auch die Kurzzeitpflege kann dem entsprechend erhöht und um bis zu 4 Wochen verlängert werden. Neu ist die geplante zehntätige Lohnersatzleistung, bei einer akuten Pflegesituation von nahen Angehörigen.

Pflegeausbildung

Die Pflegeausbildung soll durch das Pflegestärkungsgesetz einheitlich gestaltet werden. Ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Pflegeberufen soll damit erleichtert werden und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bieten. Des weiteren soll die Ausbildung zukünftig kostenfrei angeboten werden können.

Titelbild, pixabay.com: geralt

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.