Pflegebedürftigkeitsbegriff neu definiert

Bedürftigkeitsbegriff in der Pflege

Deutschlands Gesundheitsminister Gröhe stimmte am 8. April für die Durchführung von zwei Modellprojekten, die in dieser Legislaturperiode gemeinsam mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt werden. Für die Verbesserungen im Bereich der Pflege werden fünf Milliarden Euro zusätzlich jedes Jahr bereitgestellt, um die Leistungen um 20 Prozent zu steigern.

Erprobungsphase:

Eine Vielzahl an Einrichtungen bietet die zwei neuen Begutachtungssysteme für Pflegebedürftige an.
Bevor die Gutachter des MKD die Begutachtungen durchführen, werden sie speziell geschult. Während der Erprobungsphase bis 2015 wird analysiert, wo Verbesserungsbedarf besteht. Die Ergebnisse der etwa 4000 Begutachtungen bilden die Basis für die Gesetze des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Die Verbesserungen sollen auch tatsächlich den Pflegebedürftigen in Deutschland zugutekommen. Momentan leben in der BRD etwa 2,5 Millionen Personen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Fünf statt drei Pflegestufen:

Der Expertenbeirat möchte die bisher drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade ausbauen.
Am 1. Januar 2015 erhalten Pflegebedürftige und deren Angehörige mehr Leistung dank der ersten Stufe der Pflegereform. Der Beitragssatz für die Pflegesicherung wird um 0,3 % erhöht, um die Leistungsverbesserungen zu finanzieren, welche 2,4 Milliarden Euro jährlich beträgt. Jedes Jahr werden künftig 1,2 Milliarden Euro in den Pflegefond einbezahlt, welcher einen künftigen Anstieg des Pflegebeitrags abschwächen soll. In der zweiten Phase wird der Beitrag um 0,2 Prozentpunkte hinaufgesetzt.

Leistungsverbesserungen:

Im Zuge der Reform im Pflegebereich wird sowohl eine Entlastung als auch eine Unterstützung für die Angehörigen von Pflegebedürftigen angestrebt.
Ein weiteres Ziel ist es, die Leistungen für die zu pflegenden Personen zu entwickeln. Eine Vielzahl an Leistungselementen, die eine Unterstützung für die häusliche Betreuung darstellen, soll ausgeweitet werden. Nicht nur Leistungen der Betreuungsleistungen, sondern auch die Tages-, Nacht-, Kurzzeit- und Verhinderungspflege wird ausgebaut.
Die sozialräumliche Pflege sieht vor, Zuschüsse bereitzustellen, um das Wohnumfeld zu verbessern. Zudem gibt es finanzielle Zuschüsse für Pflegebedürftige, die in einer ambulant betreuten Wohnform leben.
Sollte ein Angehöriger kurzfristig auf Hilfe angewiesen sein, so wird es künftig möglich sein, zehn Tage lang Pflegeurlaub zu beantragen. Hierbei handelt es sich um eine bezahlte berufliche Auszeit, welche mit dem Kinderkrankengeld verglichen werden kann.

Weitere Verbesserungen:

Die Leistungen der Pflegeversicherung wird an die Preisentwicklung der drei vergangenen Jahre angepasst.
Künftig werden mehr Menschen in Pflegeberufen arbeiten, da Pflegebedürftige Zeit und Zuwendung verdienen. Damit die Pfleger motiviert und engagiert bleiben und sich mehr Menschen für einen Pflegeberuf entscheiden, sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Mehr Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind ebenso Ziele wie ein attraktives Berufsbild der Altenpflege und bessere Fortbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten.
Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff umfasst nicht nur körperliche Einschränkungen, sondern auch beispielsweise Demenzerkrankungen.

Pflegeversicherung:

Der Arbeitgeber finanziert die soziale Pflegeversicherung, welche jedoch nicht jegliche anfallende Kosten im Bereich der Pflege deckt. Es handelt sich um eine Versicherungsform, die Teilleistungen übernimmt, da bei der Übernahme aller Kosten der Beitrag erheblich steigen würde.

Pflegebedürftigkeitsbegriff neu definiert

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