Mama oder Papa sind pflegebedürftig, was nun?

Unterschied zwischen stationärer und häuslicher Pflege

Die meisten Menschen lieben ihre Eltern, und die meisten alten Leute haben Angst, im Alter in ein Pflegeheim zu müssen, und das nicht ohne Grund, denn bei dem heutigen Pflegenotstand in den Heimen ist die Versorgung der Pflegefälle alles andere als gut oder gar optimal.

Der Unterschied zwischen stationärer und häuslicher Pflege ist der, dass die Pflegeversicherung je nach Pflegestufe dann nicht den vollen Satz für stationäre Pflege an das Pflegeheim bezahlt, sondern entweder ein anerkannter Pflegedienst diese Aufgabe übernimmt, der dann gegen Bezahlung pflegt.

Der Pflegefall erhält dann sogenannte Sachleistungen, was ein höherer Geldbetrag ist als der, den ein Kind bekommen würde, das seine eigenen Eltern pflegt. Hier kommt es darauf an, welche Pflegestufe der Pflegefall vom medizinischen Dienst zuerkannt bekommen hat, wie hoch die Bezahlung für die häusliche Pflege ist, aber selbst die der Pflegestufe III, die sehr selten zuerkannt wird, ersetzt niemand, der pflegt, das Gehalt. Des weiteren ist es meistens nicht möglich, nach der Pflege wieder in den erlernten Beruf zurückzufinden.

Das neue Familienpflegezeit-Gesetz, das am 06.12.11 vom Bund ausgefertigt wurde, soll den Familien nun etwas helfen. Es geht dabei um folgendes:
Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege soll durch die Einführung der Möglichkeit einer Familienpflegezeit verbessert werden. Das ist der Grundgedanke.
Ähnlich wie man es von der Elternzeit her kennt, sind hier aber diverse Punkte zu beachten. Die Familienpflegezeit ist auf maximal 24 Monate begrenzt. Der Arbeitnehmer, der sie in Anspruch nimmt, muss seine wöchentliche Arbeitszeit um mindestens 15 Stunden verringern oder bei unregelmäßigen Arbeitszeiten muss das im Jahresdurchschnitt der Fall sein. Außerdem muss der Arbeitgeber das Gehalt in dieser Zeit in voller Höhe zum bisherigen Verdienst aufstocken, obwohl der Arbeitnehmer weniger arbeitet.

Der Arbeitgeber kann dann wiederum vom Staat ein zinsloses Darlehen für die Aufstockung des Arbeitsentgeltes bekommen, wo diverse Punkte zu beachten sind, die man genauer im Familienpflegezeit-Gesetz nachlesen kann.

Einer dieser Punkte ist der, dass der Arbeitnehmer, der diese Familienpflegezeit mit Lohnausgleich in Anspruch nimmt, in der sogenannten Nachpflegephase entweder das Geld zurückzahlen oder aber die Arbeitszeit vermutlich kostenlos nacharbeiten muss.
Sonst nämlich bekommt die Firma das Darlehen nicht.

Es muss auch der Nachweis über die Pflegebedürftigkeit erbracht sein, also eine Pflegestufe vorliegen. Außerdem muss ein Nachweis über das Vorliegen einer Familienpflegeversicherung erbracht werden. Diese Familienpflegezeitversicherung wiederum ist eine, die dann im Falle des Todes oder der Berufsunfähigkeit des Arbeitnehmers einspringen würde, wenn der später nicht in der Lage ist, dem Arbeitgeber die bezahlten Stunden zurückzuzahlen oder abzuarbeiten.

Wenn die häusliche Pflege aufhört, ist die Förderungszeit beendet und nach spätestens 24 Monaten ohnehin, da sie zeitlich begrenzt ist.

Es stellt sich abschließend die Frage, ob dieses Gesetz Familien mit einem Pflegefall überhaupt hilft und Probleme nicht erstens verlagert und zweitens sogar in extremer Weise aufwerfen kann, wenn die Pflege über einen Zeitraum von mehr als 24 Monaten andauert, was gerade bei der häuslichen Pflege der Eltern häufig der Fall sein wird, da Kinder nach einer Statistik ihre Eltern durchschnittlich 10 Jahre pflegen.

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